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Warum benutzen wir Buzzwords?

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Von den IT Nerds verhasst, von der Führungsetage geliebt – die Buzzwords.

Gerade aus der Welt der Informationstechnik sind sie nicht mehr wegzudenken. Gemeinhin findet man sie dort in Form von “three letters words“, also Drei-Buchstaben-Wörter. In den Fachzeitschriften, den Technik Blogs und Websites der IT-Dienstleister sind sie omnipräsent. Mannigfaltig sind die Ausprägungen dieser aneinander gereihten Wortfetzen. Die Anzahl der IT Buzzwords muss inzwischen gefühlt in die Millionen gehen. Und es kommen Jahr für Jahr neue hinzu. Gartner und Co kreieren regelmässig wunderschöne neue Wörter. Aber was macht diese Buzzwords so besonders? Warum benutzen wir Buzzwords?

Buzzword Cloud by www.wordle.net

Buzzword Cloud by www.wordle.net

Software-Entwickler , IT Nerds und Techniker verzweifeln regelmäßig an der platten und schwammigen Art und Weise ein komplexes technisches Thema derart zu vereinfachen und es  fast schon stoisch in drei Buchstaben pressen zu wollen. Als “reines Marketing Mittel” oder die “Sprache der Unwissenden” wird die ver-buzz-wortung von den Technik Anhängern gerne gesehen. Sie drücken nicht besonderst viel aus und erscheinen vielen viel zu abstrakt und schwammig. Dennoch sind sie für die IT Welt essentiell.

Warum also benutzen wir Buzzwords? Was bewegt uns zu dieser Art der Kommunikation?

  1. Der Mensch denkt gerne in Schubladen. Er klassifiziert gerne. Die Einteilung eines komplexen Sachverhalts in eine einfache Kategorie bringt dem Menschen Klarheit und Struktur.  Allem neuen gegenüber ist der Mensch per se erstmal negativ und ängstlich eingestellt. Kann er es aber klassifizieren, mindert er zum Teil die Gefahr. Dieses Schubladendenken bringt uns Menschen also ein Stück weit Sicherheit und dies gehört bekannterweise zu einem unserer Ur-Bedürfnisse.
  2. Buzzwords sind Brücken. Sie führen das Management (den Kunden) und die Techniker (i.d.R. der Dienstleister) zusammen. Sie ermöglichen es, das zwei sich so ferne Berufsgruppen die gleiche Sprache sprechen. Zwar haben beide Parteien ein eigenes Bild und einen eigenen Detaillierungsgrad zu einem Buzzword im Hinterkopf (So denkt z.B. der Entscheider bei SOA an die Optimierung seiner Geschäftsprozesse und der Techniker an die Anbindung  eines Webservices an sein Datenbanksystem) trotzdem wird es Ihnen ermöglicht die Anforderungen gemeinsam und mit einer Sprache zu umreisen.
  3. Der Kunde wird abgeholt. Im Kundengespräch klingt “Wir machen SOA”  nicht nur deutlich besser als, “wir fügen verschiedene Applikation über deren Schnittstellen zu einem Gesamtsystem zusammen”. Es holt den Kunden genau da ab wo er es möchte. Er bekommt etwas, was es in dieser Form oder als Konzept in der Vergangenheit bereits unzählige Male gegeben hat. Er setzt beim Kauf auf Altbewährtes, auf einen Standard.
  4. Sie vermitteln Professionalität. Buzzwords sind nichts anderes wie kurzgefasste Fachbegriffe. Sind wir doch mal ehrlich, in welcher Branche gibt es keine unverständlichen Fachausdrücke, sei es im Handwerk, der Medizin, der Psychologie oder sonst irgendeiner Branche. Fachbegriffe finden wir doch allüberall. Erfüllt es uns denn nicht immer wieder mit Ehrfurcht, wenn unser Arzt, unser KFZ Mechaniker oder der Bank Angestellte mit seinen Fachspezifischen Begriffen nur so um sich schmeisst? Es gibt uns das Gefühl, derjenige hat wirklich Ahnung von dem was er tut.
    Genau das tun auch Buzzwords. Die Benutzung selbiger strahlt Professionalität aus und vermittelt unserem Gegenüber, das wir etwas von unserer Materie verstehen und Ihn als unseren Kunden gut bedienen können.

Natürlich macht allein die Benutzung von Buzzwords noch keinen kompetenten Manager oder Informatiker aus. Derjenige der sie beherrscht sollte auch das beherrschen, was tatsächlich dahinter steht.

 

Links:
www.wordle.net
Buzzwords bei Wikipedia

Autor: Christof Zahn

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Ein Kommentar

  1. Nicht zu unterschätzen die Verwechselbarkeit. PIM kann sowohl ein Produkt-Informations- als auch ein Personal-Information-Management sein. Und eine mobile MDM-Anwendung wird mittels MDM verteilt. Um nur mal zwei Beispiele zu nennen. Und es werden ja nicht weniger, da die Anzahl der Abkürzungen mit 3 Buchstaben ja zwangsweise begrenzt ist. Die Verwischung durch Verwechslung wird also eher weiter zunehmen…

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