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Assembly Prinzip aka Application Mashups

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Bereits 2009 referierten die Macher des das EOS Directory in Ihrem Open Source Katalog über eine in meinen Augen sehr Interessante Theorie. Dem so genannten Assembly Ansatz.

Mit der Nutzung von Open Source im Infrastruktur-Bereich oder als Fertigprodukt wird nur ein Teil des möglichen Potentials ausgehoben. Nach wie vor denken Informatik-Entscheider bei der Frage, wie eine neue Funktionalität zu implementieren ist, primär an die zwei gängigen Optionen.
„build“ und „buy“, also Individualentwicklung einer eigenen Lösung oder Kauf eines kommerziellen Software-Paketes. In vielen Fällen wird, nicht zuletzt aufgrund schlechter Erfahrungen mit Individualentwicklungen in der Vergangenheit, zur Paket-Software gegriffen. … (Quelle Open Source Katalog, Seite 11 u. 12)

Ich stelle mir die Frage, hat sich hieran viel verändert. Der Katalog bezieht das ganze natürlich stark auf das Open Source Software, welche im Enterprise Umfeld zu dieser Zeit noch in den Kinderschuhen steckte. Heute sieht das anders aus. Nicht nur hat sich Open Source im  Enterprise Bereich etabliert. Auch die kommerziellen Anbieter öffnen sich. Key-Player wie Google, vmware, IBM, Oracle und Co. haben die Open Source Bewegung und deren Werte seit einigen Jahren aufgegriffen. SOA hat sich längst etabliert und ist nicht mehr nur das beliebteste “three letter acronym” der stets nörgelnden IT-Buzzword Kritiker.

…Die Open Source-Bewegung hat aber nicht nur günstige und skalierbare InfrastrukturPlattformen hervorgebracht, sondern auch tausende von Software-Komponenten, die im Rahmen von Lösungen kombiniert und integriert werden können. Komponentengetriebene Software-Entwicklung ist nicht neu, aber erst mit der Durchsetzung von offenen Standards und der Verfügbarkeit von quelloffenen Komponenten, die transparent evaluiert, getestet und auch je nach Bedürfnis angepasst werden können, setzt sich dieser Implementierungsansatz unter
anderem unter dem Schlagwort „Assembly“ durch. Dabei kann dieser Ansatz durchaus mit der Vorgehensweise von PC-Assemblierern verglichen werden. Auch dort liegt der Fokus auf dem Selektieren und Zusammenbauen von Komponenten…(Quelle Open Source Katalog, Seite 12)

Hier wird es interessant. Komponentengetriebene Software-Entwicklung ist ein Ansatz, welcher seit Jahren immer präsenter geworden ist.  Das bezieht sich nicht nur auf Open Source Software. Auch  kommerzielle Closed Source Produkte gliedern sich als Komponenten in das Gesamtgefüge ein. Heute sagt man dazu “Best of Breed” oder Best of Source”, sprich wähle deine Komponenten nach deinen Bedürfnissen und füge selbige wie ein Puzzle zusammen.

Laut Computerwoche besagen Umfragen zwar das CIO’s diese Ansätze inzwischen eher meiden und sie daher ausgedient hätten. Ich denke jedoch, das es sich hierbei nur um eine Kurzaufnahme handelt. Schaut man sich die technologische Entwicklung auch bei großen IT Unternehmen an, öffnen sich diese verstärkt und denken vermehrt in Richtung “Integration”. Dieser Markttrend hat in meinen Augen nie nachgelassen. IT Themen der letzten Jahre, wie Social/Web 2.0, Datenmanagement, Cloud, Internet der Dinge, Mobile, HTML5, usw. zielen alle auf Offene Standards und Integration hinaus.

Modulare Integration und Application Mashups entsprechen dem Typus moderner Software Architekturen, welche in meinen Augen auch nachhaltigen Erfolg versprechen. Gerade wen es um Austauschbarkeit und Unabhängigkeit geht, punkten modulare Ansätze.

Die Ansätze passen darüber hinaus auch zu den “lightweight” Management Trends der letzten Jahre. Alles wird schlanker (Lean) und Leichtgewichtiger. Scrum, Agile, Lean usw. sind u.a. solche Management Trends. Leichtgewichtige und modulare IT-Lösungen minimieren außerdem das Projektrisiko.

Von daher lag der der Open Source Katalog in meinen Augen damals wie heute absolut richtig. Vielen Dank dafür!

Autor: Christof Zahn

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